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Alle Macht den Räten!

Vor 100 Jahren
Die Novemberrevolution und ihre Folgen

als Deutschland wurde, wie es ist

Ausstellungszeitraum: Oktober - Dezember 2018
Ort: in der Region Hannover
Veranstalter: Bildungswerk ver.di u.a. (siehe Flyer)

Download Flyer "Alle Macht den Räten!" 2018 (pdf)

Vor 100 Jahren beendete die Streikbewegung revolutionärer Soldaten und Arbeiter*innen das Massensterben und die Not im Ersten Weltkrieg. Dieses Ereignis ist heute in der Öffentlichkeit weitgehend ausgeblendet. In ihrem politischen Kern war die Novemberrevolution antimonarchistisch und antimilitaristisch. Zwar musste der Kaiser am 9. November 1918 gehen, doch die Generäle blieben und schlossen ein Bündnis mit dem rechten Flügel der Sozialdemokratie um Friedrich Ebert und Gustav Noske. So konnte die kaum begonnene Revolution im Laufe des Jahres 1919 von rechts-monarchistischen Freikorpstruppen blutig niedergeschlagen werden. Tausende wurden von einer im Ersten Weltkrieg brutalisierten Soldateska ermordet, darunter Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Die politischen Folgen ließen nicht lange auf sich warten: Bereits 1920 marschierten putschende Militärs mit Hakenkreuzen an den Stahlhelmen in Berlin ein. Am 9. November 1923 inszenierte in München ein bis dahin unbekannter Mann namens Adolf Hitler zusammen mit Erich v. Ludendorf, einem der Hauptverantwortlichen für das Massenschlachten im Ersten Weltkrieg, den nächsten Putschversuch. Ehemalige Angehörige der Freikorps beteiligten sich in den folgenden Jahren maßgeblich am Aufbau der SA und der NSDAP.
Der deutsche Militarismus wurde 1918/19 nicht beseitigt. Nicht nur für Deutschland waren die Auswirkungen katastrophal...

Mit der Veranstaltungsreihe zum 100. Jahrestag der Novemberrevolution wollen wir an dieses bis heute tabuisierte Kapitel der deutschen Geschichte erinnern.

Programm

Antisemitismus - Kampfmittel gegen die Novemberrevolution

Vortrag zur Geschichte des  9. November
Illustrierter Vortrag von Hubert Brieden

Datum: 4. Oktober
Zeit: 19.30 Uhr
Ort: VHS Hannover-Land, Veranstaltungszentrum Leinepark, Suttorfer Str. 8, 31535 Neustadt a. Rbge., Raum 17
Kosten: Eintritt frei

Zwei runde Jahrestage überschneiden sich am 9. November 2018: Vor 80 Jahren organisierten die NS-Machthaber ein Pogrom gegen die deutschen Juden und vor 100 Jahren fand die Novemberrevolution statt, Voraussetzung für die Beendigung des Ersten Weltkrieges und die Gründung der Weimarer Republik. Was haben beide Ereignisse miteinander zu tun?

Die Arbeiterbewegung – insbesondere die Rätebewegung – hatte zwischen 1918 und 1920 eine entscheidende Niederlage erlitten: Rechte Militärs und Freikorps hatten unter Anwendung exzessiver Gewalt die Bewegung niedergeschlagen. Insgesamt fielen 4500 bis 5000 Menschen der rechten Soldateska zum Opfer, darunter Führungspersönlichkeiten wie Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Wichtiges Mittel der Rechten zur Bekämpfung der Arbeiterbewegung war ein Antisemitismus, der auf die Vernichtung des vermeintlich „jüdisch-bolschewistischen“ Gegners abzielte. In den konterrevolutionären rechten Freikorps kämpften viele der späteren NS-Massenmörder. Bereits 1920 putschten die Rechten gegen die Weimarer Republik und scheiterten am Arbeiterwiderstand. Am 9. November 1923 putschte die NSDAP erneut. Der Termin war bewusst gewählt, weil die Nazis die Folgen der Novemberrevolution – die Republik – beseitigen wollten. Doch auch der Hitlerputsch scheiterte. Die Nazis machten dieses Datum zum Gedenktag für die „Gefallenen“ ihrer Partei und pflegten einen hasserfüllten, aus den Freikorps stammenden und auf Vernichtung zielenden konterrevolutionären Antisemitismus.

1918: Novemberrevolution in Hannover!?

Fragen zur Geschichte der hannoverschen Arbeiterbewegung
Ausstellung und Vorträge von Dr. Peter Schulze

Datum: 5. - 26. Oktober 2018
Zeit: täglich 10 - 18 Uhr, außer Sonntags
Ort: VHS Hannover, Burgstr. 14, 30159 Hannover
Kosten: Eintritt frei

Vor hundert Jahren, im Herbst 1918, bricht angesichts der militärischen Niederlage im Weltkrieg die politische Herrschaft von Adel, Militär und Wirtschaft in Deutschland zusammen. Als Folge der "Novemberrevolution" bilden SPD und USPD die erste Regierung der neuen Republik. Die im Januar 1919 gewählte Nationalversammlung begründet eine bürgerlich-parlamentarische Demokratie. SPD und Gewerkschaften hoffen auf Mehrheiten für soziale Reformen, verlieren aber bald an Einfluss. Schrittweise werden die Institutionen der Republik von Gegnern der Demokratie erobert.

Die Geschichte der SPD und der Freien Gewerkschaften in Hannover, ihre Haltung zum "Burgfrieden" während des Weltkriegs, ihr politisches Handeln in der Zeit der "Novemberrevolution" und ihr Eintreten für den Bestand der Weimarer Republik stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung und von Vorträgen des Historikers Dr. Peter Schulze.

Die im Auftrag des DGB Region Niedersachen-Mitte seit 2013 entstandene Ausstellung umfasst Texte und Bilder zur Geschichte des Ersten Mai in Hannover, zur lokalen Arbeiterbewegung im Weltkrieg 1914-1918 und in den 1920er Jahren, zur Besetzung des hannoverschen Gewerkschaftshauses am 1.4.1933 und zum Widerstand gegen die NS-Herrschaft.

Themen der Ausstellung werden in drei Vorträgen des Historikers Dr. Peter Schulze vertieft.

Vorträge:

Die hannoversche Arbeiterbewegung im Weltkrieg (1914-1918)

Nach der deutschen Kriegserklärung gegen Russland unterstützen SPD und Gewerkschaften die Staats- und Kriegsführung und halten sich an den nationalen "Burgfrieden". Die hannoversche SPD stellt das Parteileben ein, die örtlichen Gewerkschaften brechen einen laufenden Streik ab. Die sozialdemokratische Tageszeitung "Volkswille" geht auf Kriegskurs. Oppositionelle Stimmen gibt es kaum.

Dienstag, 9. Oktober 2018, 18.00 Uhr


SPD und Gewerkschaften in Hannover als Ordnungsmacht (1918-1920)

Der am 7.11.1918 in Hannover gebildete Arbeiter- und Soldatenrat fordert in einem Aufruf "Unter allen Umständen Ruhe und Ordnung!". Die enge Zusammenarbeit mit alten Gewalten, Generalkommando und Stadtverwaltung, soll die Lebensmittelversorgung sichern und das Privateigentum garantieren. Anders als in Braunschweig, Berlin und vielerorts ergreift der hannoversche Arbeiter- und Soldatenrat keine Initiativen zur Umgestaltung der Gesellschaft.

Dienstag, 16. Oktober 2018, 18.00 Uhr


Politisches Versagen und Zusammenbruch (1930-1933)

Angesichts von Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit stützen SPD und Gewerkschaften die autoritäre Regierung des Kanzlers Brüning, um den Aufstieg des Nationalsozialismus zu verhindern. Die "Errungenschaften" von 1918, vor allem der Achtstundentag, sind verloren. Die hannoversche Maifeier 1932 demonstriert den Zusammenhalt der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung, aber SPD und Gewerkschaften stehen alleine und sind politisch ohnmächtig. Die Nationalsozialisten - gewaltbereit und gewalttätig - beherrschen die Straße.

Dienstag, 23. Oktober 2018, 18.00 Uhr

Alles auf Anfang?! - 100 Jahre Novemberrevolution 1918

Symposium

Datum: 13. Oktober 2018
Zeit: 10.00 - 16.30 Uhr
Ort: Bildungs- und TagungsZentrum HVHS Springe, Kurt-Schumacher-Straße 5, 31832 Springe
Kosten: Eintritt frei

1918 stand die Arbeiter*innen-Bewegung an einem Scheideweg: Sollte die Demokratie einem Rätemodell oder doch einem parlamentarischen Mehr-Parteien-System mit betrieblicher Mitbestimmung folgen? Diese Frage war heftig umstritten und führte nicht zuletzt zu einer Spaltung der Bewegung. 100 Jahre später fragt ein interdisziplinäres Symposium nach den Lehren und Entwicklungschancen aus der gescheiterten Revolution. Wie kann eine Demokratisierung zurück in die Zukunft gelingen?

Zu dem Symposium laden die Politische Bildungsgemeinschaft Niedersachsen e.V., die Friedrich-Ebert-Stiftung – Landesbüro Niedersachsen, das Bildungswerk ver.di sowie das Bildungs- und TagungsZentrum HVHS Springe e.V. ein.
Die pädagogische Verantwortung im Sinne des NEBG liegt beim Bildungs- und Tagungszentrum HVHS Springe e.V.

„Wir gehen schweren Tagen entgegen.“

Die Novemberrevolution - Ursachen und Folgen
Geschichts- und Kunstausstellung

Termin: 18. Oktober - 20. Dezember 2018
Öffnungszeiten: Mo. - Fr. 9 – 16 Uhr
Ort: verdi-Höfe (Bistro), Goseriede 10, 30159 Hannover
Kosten: Eintritt frei

Die revolutionäre Bewegung von 1918 beendete den Ersten Weltkrieg und damit das Blutvergießen, den Hunger und die Diktatur der Militärs. Obwohl die Monarchie beseitigt und am 9. November gleich zweimal die Republik ausgerufen wurde, ist dieses Ereignis heute in der Bundesrepublik weitgehend vergessen. Wer weiß schon, dass ein gleiches Wahlrecht für Männer und Frauen oder der Acht-Stunden-Tag in der Novemberrevolution erkämpft wurden, dass es Betriebsräte ohne diese Revolution nicht gäbe? Noch weniger bekannt ist, dass es um alternative demokratische Konzeptionen ging: die parlamentarische Parteiendemokratie oder die basisdemokratische Rätedemokratie.

„Vergessen“ ist auch, dass die Revolution durch rechte antisemitische Militärs und Freikorps in enger Kooperation mit führenden Vertretern der SPD blutig niedergeschlagen wurde. Die Kämpfe zogen sich bis zum Frühjahr 1920 hin. Dem Terror von Freikorps und Reichswehr, die schweres Kriegsgerät gegen die widerständigen Teile der Bevölkerung einsetzten, fielen 4500 – 5000 Menschen zum Opfer. Die grundlegende Demokratisierung Deutschlands scheiterte. Der hemmungslose Einsatz militärischer Gewalt und die antisemitische Hetze gegen den „inneren Feind“ gaben einen Vorgeschmack davon, was noch kommen sollte...

Im historischen Teil der Ausstellung, verfasst von Hubert Brieden, werden Voraussetzungen, Verlauf und Folgen der Revolution dargestellt. Die Kunstinstallationen von Kerstin Faust ermöglichen einen verfremdeten, distanzierten Blick auf die Ereignisse.

„Wir gehen schweren Tagen entgegen.“

Konzertlesung und Vernissage
Lesung: Hubert Brieden / Musik: Ensemble Csókolom

Datum: 18. Oktober 2018
Zeit: 19 Uhr
Ort: verdi-Höfe (Bistro), Goseriede 10, 30159 Hannover
Kosten: Eintritt frei

Führungen durch die Ausstellung
Anmeldung bei:
Astrid Ritter, Bildungswerk ver.di, Tel.: 0511 12400-414

Zeitgenössische literarische Texte vermitteln oft intensiver das Gefühl und das Denken der unmittelbar betroffenen und beteiligten Menschen als historische Abhandlungen. Hubert Brieden hat unterschiedliche Texte aus dem Ersten Weltkrieg, der Novemberrevolution und aus den nachfolgenden Kämpfen ausgesucht, zerschnitten und neu zusammengesetzt. Eine Textcollage, die durch die virtuose, eigenwillige Musik des Ensembles Csókolom an Intensität gewinnt.

Csókolom lässt den alten Sound Transsilvaniens mit seinem puren Streichersound aufleben, so leidenschaftlich und unangepasst wie die Musik der Roma, aus der die Band vorwiegend ihr Repertoire schöpft.  Csókolom hat Erfolge gefeiert, u.a. in den USA, Australien, Kroatien, den Niederlanden und Deutschland. In Holland gehören umfangreiche Theatertourneen  in den vergangenen Jahren, TV-Auftritte, Auftritte im Concertgebouw (Amsterdam) und eine Tournee mit der Band Taraf de Haïdouks zu den Höhepunkten.

"... Von einer Intensität, die einen fast erschaudern lässt .... Eine spannende und  in der Welt der Musik sicher einzigartige Band."
- NRC-Handelsblad, Niederlande

 

".… Aber bei aller Verbeugung vor der Vergangenheit, die Musik von Csókolom ist auch zeitgenössische Weltmusik ... in den besten Momenten will es scheinen, dass Bartok selbst den dreien die Hände beim Arrangieren geführt hat."
- Frankfurter Rundschau

Aus der Geschichte lernen

- Die Novemberrevolution und die Folgen

Bildungsurlaub

Termin: 22. - 26. Oktober 2018
Ort: ver.di-Höfe, Goseriede 10, 30159 Hannover
Kosten: 50,- € Seminargebühr und 175,- € Tagungspauschale
(Für Mitglieder von ver.di und der IG Metall werden die Kosten von den Gewerkschaften übernommen.)

Informationen & Anmeldung: Astrid Ritter, Bildungswerk ver.di, Tel.: 0511 12400-414, astrid.ritter(at)bw-verdi.de

Der Bildungsurlaub gibt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Gelegenheit, sich intensiv mit den Voraussetzungen für die Novemberrevolution, ihrem Verlauf und den Folgen auseinanderzusetzen. Aus dem Themenplan:

  • Industriegesellschaft und Imperialismus
  • Die Arbeiter*innenbewegung und der Erste Weltkrieg
  • Exkursion zu Orten der hannoverschen Geschichte im Ersten Weltkrieg
  • Kriegsbegeisterung, Burgfrieden und die Spaltung der SPD
  • Obleutebewegung, Stinnes-Legien-Abkommen
  • Niederlage der Rätebewegung
  • Die unheilige Allianz von Sozialdemokraten und führenden Gewerkschaftern mit der     Gegenrevolution
  • Inflation und Weltwirtschaftskrise
  • Demokratische Errungenschaften der Rätebewegung
  • Demokratische Beteiligung und Parlamentarismus

Leitung: Michael Dunst
Referenten: Dietrich Höper / Rolf Homeyer

November 1918 - Der verpasste Frühling des 20. Jahrhunderts

Lesung und Diskussion mit Klaus Gietinger

Datum: 6. November 2018
Zeit: 19 Uhr
Ort: ver.di-Höfe, Goseriede 10, 30159 Hannover
Kosten: Eintritt frei

100 Jahre nach dem November 1918 ist diese Revolution fast vergessen. Dabei war sie tatsächlich ein Aufbruch, ein Aufbäumen gegen die herrschenden Klassen. Matrosen, Soldaten und Arbeiter hatten genug von den alten Eliten, sie wollten das allgemeine Wahlrecht, die Vergesellschaftung der Produktion, die Zerschlagung des Militarismus und Basisdemokratie. Klaus Gietingers neues Buch ist ein flammendes Plädoyer dafür, die verpasste soziale Revolution zwischen Kieler Matrosenaufständen und Weimarer Republik dem Vergessen zu entreißen.

Klaus Gietinger, Sozialwissenschaftler und Drehbuchautor wurde bekannt mit seinen Büchern zur Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht und mit seiner Studie „Der Konterrevolutionär. Waldemar Pabst – eine deutsche Karriere“. Sein zusammen mit Margot Overath unter Mitarbeit von Uwe Soukup gedrehter Dokumentarfilm „Wie starb Benno Ohnesorg? – Der 2. Juni 1967“ wurde 2018 für den Grimme-Preis nominiert. Außerdem schrieb und drehte Gietinger mehrere Tatort-Filme.

1918 - Aufstand der Matrosen

Spielfilm 2018
Filmaufführung mit anschließendem Gespräch

Datum: 8. November 2018
Zeit: 17.30 Uhr
Ort: Apollokino, Limmerstraße 50, 30451 Hannover
Kosten: Eintritt frei

Ein Dokudrama über den Kieler Matrosenaufstand 1918. Der Matrose Karl Artelt, seine Verlobte Helene und ihr Bruder August riskieren ihr Leben, um die Verhältnisse zu ändern. Kiels Gouverneur Souchon verteidigt die Ordnung, entscheidet sich aber gegen das Blutvergießen. Der SPD-Politiker Noske beendet zwar mit Intrigen den Kieler Aufstand, doch der Funke springt über aufs ganze Reich. Zeitzeugenberichte ergänzen die Spielhandlung, Denker von heute reflektieren den Beginn der deutschen Demokratie.
Vor dem Film gibt es eine kurze Einführung in die Ereignisse in Hannover im Jahr 1918. Nach der Vorführung stehen der Regisseur Jens Becker und Ulrike Dotzer, die Redakteurin des Film für ein Gespräch bereit.

Von der Revolution zum Betriebsrat

Vortrag von Ralf Hoffrogge

Datum: 13. November 2018
Zeit: 19.00 Uhr
Ort: IG Metall Hannover, Postkamp 12, 30159 Hannover
Kosten: Eintritt frei

Gescheiterte Revolution, Verratene Revolution oder Vergessene Revolution
- die Novemberrevolution 1918 ist in der Geschichtsschreibung mit den verschiedensten Schlagworten belegt, die sich nicht selten widersprechen. Aber allesamt deuten sie darauf hin, dass auch nach 100 Jahren die Fragen von 1918 nicht abgeschlossen sind: Einerseits blieb das zentrale Versprechen einer anderen Wirtschafts- und Sozialordnung unerfüllt, andererseits begleiten uns viele Errungenschaften vom Frauenwahlrecht über den Achtstundentag bis hin zum Betriebsrat bis heute.

Insbesondere die Betriebsräte sind ein Unikum in Europa, hervorgegangen einerseits aus den “Kriegsausschüssen“, die 1916 zur Aufrechterhaltung der Rüstungsproduktion gewährt wurden, andererseits aus der revolutionären Rätebewegung des Jahres 1918/19. Sie tragen den Betriebsfrieden ebenso in sich wie den revolutionären Aufbruch, ein Widerspruch den wir mit dem Historiker Ralf Hoffrogge diskutieren wollen.

Er ist Autor der vor kurzem in zweiter Auflage erschienenen Biographie "Richard Müller - Der Mann hinter der Novemberrevolution" über den Metallarbeiter und Pionier der Räte- und Betriebsrätebewegung Richard Müller.

Gedenken an Oskar Lünsmann

Datum: 16. November 2018
Zeit: 16.00 Uhr
Ort: Waterloosäule
Kosten: Eintritt frei

Am 16. November 1918 wurde der revolutionäre Matrose Oskar Lünsmann an der Waterloosäule nach einem fragwürdigen Sondergerichtsverfahren hingerichtet.
In der Geschichtsschreibung wurde er lange entweder zu einem Kriminellen stilisiert oder aber zu einem Märtyrer der Revolution verklärt. Die Hinrichtung sei, so heißt es in der "Illustrierten Geschichte der Deutschen Revolution", der "erste Blitz" gewesen, der "das konterrevolutionäre Gewitter ankündigte".

Heute ist Oskar Lünsmann in Hannover weitgehend unbekannt. Wir wollen seiner Person 100 Jahre nach seinem Tod mit einer Kranzniederlegung gedenken und dazu beitragen, ihn dem Vergessen zu entreißen.

Zur musikalischen Umrahmung singt der DGB-Chor Hannover.

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